"Letztendlich waren meine Begabung in der Mathematik und dann vor allem mein Interesse für Geographie und für Landkarten ausschlaggebende Gründe für meine Berufswahl", sagt Dr. Matthias Neureither heute über seine Entscheidung für ein Studium der Geodäsie.
Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und heute ist er öffentlich bestellter Vermessungsingenieur, führt zusammen mit seinem Partner ein 30-köpfiges Vermessungsbüro und hat einen voll gepackten Terminplan.
"Meine Hauptaufgabe liegt in der Akquisition der Projekte. Dazu gehört neben den Kontakten zu Kunden und Kooperationspartnern auch ein gewisses Projektmanagement. Personalarbeit, Entwicklungsarbeit und die Mitwirkung bei der Beschaffung neuer Technologien sind ebenfalls Teil meines Arbeitsalltages." Außerdem ist er in der Verbandsarbeit in speziellen Fachgremien tätig.
Ein Rückblick: Nach Abitur und Wehrdienst begann Dr. Matthias Neureither 1977 sein Geodäsie-Studium an der Uni Stuttgart. Dort blieb er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Anwendungen der Geodäsie im Bauwesen. Er beschäftigte sich besonders mit Projekten der Numerik und Datenverarbeitung, bezogen auf geodätische aber auch allgemeine ingenieurtechnische Aufgabenstellungen. Wichtigstes Ziel in dieser Zeit war die Promotion zum Thema "Modellierung geometrisch-topologischer Daten zur Berechnung netzartiger und flächenhafter Strukturen". Eine Spezialisierung während des Studiums war damals noch nicht möglich gewesen und deshalb spezialisierte er sich erst in seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf den Zweig der Datenverarbeitung. Er arbeitete unter anderem an der Erstellung eines Programmsystems zur Berechnung von geometrischen Deformationen an Bauwerken bzw. in Erdbebengebieten und bei Form- und Zuschnittsberechnungen einer Dachmembran für das Dach des Olympiastadions in Montreal mit.
Im Rückblick auf diese Zeit sagt Dr. Matthias Neureither heute: "Die Geoinformatik war damals erst in den Kinderschuhen. Als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur ist man heute eher geodätischer "AllRounder". In meinem Berufsalltag sind folgende fachliche Tätigkeitsgebiete von gleichrangiger Bedeutung:
- Hoheitliche Vermessungen (Grundstücksvermessungen)
- Ingenieurvermessungen
- Baulanderschließungen und Bodenordnungsverfahren
- Geoinformatik
- Wertermittlung von Immobilien."
Zur Person
Jahrgang: | 1957 |
Studium: | Studium an der Uni Stuttgart, achtjährige Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Anwendungen der Geodäsie im Bauwesen an der Uni Stuttgart |
Wissenschaftliche Tätigkeit: | Promotion 1992 |
Spezialisierung: | Geoinformatik |
Praktische Erfahrungen: | Praktikum bei einem Vermessungsbüro; Entwicklungsleiter für Software im Straßenbau, Bauabrechnung, Vermessung und CAD (computergestütztes Entwerfen); zweijähriges Referendariat zur Qualifikation zum Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur; Lehrauftrag an der Hochschule für Technik an der Uni Karlsruhe |
Aktueller Job: | seit 12 Jahren selbstständig arbeitender Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur |