German
English
 
 
 

Klima & Umwelt

 

Geodynamik

"Und sie bewegt sich doch"

Ob Galileo Galilei diesen berühmten Satz wirklich gesagt hat, sei dahingestellt. Fest steht: Recht hat er. Nicht nur mit der Behauptung, dass sich die Erde um die Sonne dreht, statt wie festgenagelt im Weltraum zu verharren. Die Erde ist darüber hinaus ein dynamisches System und die Kräfte, die auf sie wirken, verändern ständig unseren Lebensraum auf ihrer Oberfläche. Wie genau diese Kräfte wo wirken, fasziniert Laien und Forscher seit Jahrhunderten - Geodäten inklusive. Die Geodynamik, also die Erforschung der bewegten Erde, bildet einen Schwerpunkt vieler geodätischer Teildisziplinen.

Der Mathematiker, Astronom und Physiker Galileo Galilei hatte bereits im 17. Jahrhundert die richtige Vorstellung, nämlich dass sich unser Planet im Sonnensystem um die Sonne bewegt – auch wenn seine Mitmenschen etwas länger benötigten, um sich zur selben Erkenntnis durchzuringen. Heutzutage ist die bewegte Erde eine Tatsache. Doch sie bewegt sich nicht nur aufgrund der äußeren Schwerkraft der Sonne, sondern verändert sich auch durch diejenigen Kräfte, die aus ihrem Inneren wirken.

Denke nur an die Plattentektonik, die dazu führt, dass unsere aktuelle Landkarte mit ihren sechs Kontinenten ganz anders ausschaut als die Variante von vor 250 Millionen Jahren, als es noch den Superkontinent Pangäa gab. Etwas schneller ergeht es den Bergen der Erde: Sie können aufgrund von Prozessen im Erdinneren wachsen, wie beispielsweise die Alpen. Sie können aber auch an Höhe verlieren, etwa aufgrund von Erdbeben. So ist auch die Höhe des 8848 Meter hohen Mount Everest nicht in Stein gemeißelt – uns muss immer wieder einmal nachgemessen werden.

Auf für uns unmittelbareren Zeitskalen sind die feste Erde, ihre Lufthülle sowie die sogenannte Hydrosphäre – also alles Wasser der Erde, egal wo und in welcher Form – Teil des irdischen Gesamtsystems. Sie wechselwirken ständig miteinander. Und als Geodät willst du genau wissen, wie dieses Gesamtsystem funktioniert, indem du die Kräfte, die darin wirken, beobachtest. Beispielsweise vermisst du die Schwerebeschleunigung, also die Erdanziehungskraft, oder die winzigen Verschiebungen der Erdplatten, um Positionsänderungen zu erfassen. Damit kannst du beispielsweise genaue Modelle zur Plattentektonik erstellen.

Dafür setzen Geodäten auf der Erdoberfläche Pegel und GPS-Stationen ein. Sie können aber auch Satelliten in der Erdumlaufbahn nutzen und so Schwerefeldmissionen aus der ultimativen Vogelperspektive durchführen. Sie kümmern sich dabei vor allem darum, verbesserte Sensoren für all diese Messungen zu entwickeln, die gewonnenen Daten auszuwerten und zu analysieren. Außerdem interpretieren sie die Analyseergebnisse, um möglichst vielen Menschen ein ziemlich genaues Bild von unserer bewegten Erde zu vermitteln. 
.

Die Höhe von Bergen ist kein Wert für die Ewigkeit. Sie können wachsen, sie können aber auch an Höhe verlieren. Als Geodät kannst du das genau überprüfen.

Technik & Industrie

Wie packt man es, bei einem Tunnelprojekt nicht aneinander vorbei zu bohren? Oder: Warum steht das eigene Regal immer schief, ein 300 Meter hohes Bauwerk aber kerzengerade? Weil überall Geodäten im Spiel waren.

 
Klima & Umwelt

Was passiert wo, wenn es weiter wärmer wird? Was, wenn sich eine Kontinentalplatte weiter auf eine andere schiebt? Wie ändern sich unsere Lebensbedingungen, wenn wir so weiter machen - oder etwas ändern? Geodäten geben messbare Antworten.

 
Grund & Boden

Jeder hat schon Geodäten gesehen. Autofahrer bremsen, weil sie an (auffällige!) Radarkontrollen glauben. Kinder bleiben stehen und wollen von ihren Müttern auch eine grellbunte Sicherheitsweste haben. Aber was machen wir da überhaupt?

 
Navigation & Mobilität

Früher meinte der Fahrlehrer nur "Bei der nächsten Gelegenheit rechts ab.". Das genügt heute keinem mehr. Sackgassen, neue Kreisel, Abfahrten, Gebäude - ein modernes Navi weiß einfach alles. Aber nur durch die Geodäten...