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Jobportraits

 
24h

Eine Straßenkreuzung, eine kleine Gruppe von Menschen in orangefarbenen Westen und ein gelber Dreifuß im Gepäck - das ist wohl das Erste, was einem einfällt, wenn man an Geodäten im Alltag denkt. Aber das ist noch lange nicht alles; in der Geodäsie gibt es noch so viel mehr spannende Berufs- und Aufgabenfelder zu entdecken. Hier erzählen einige Geodäten von ihrem aufregenden und abwechslungsreichen Berufsalltag.  

 

Prof. Dr. Martina Klärle

Professorin für Landmanagement in Frankfurt am Main

Wo arbeiten Sie und was ist dort Ihre Aufgabe?
Ich arbeite in Frankfurt am Main als Hochschullehrerin im Studiengang Geoinformation und Kommunaltechnik. Ich leite diesen Studiengang und halte die Vorlesungen für Rechtsverbindliche Planung, Landmanagement und Erneuerbare Energien. Zudem leite ich einige Forschungsprojekte.

Was haben Sie letzte Woche in Ihrem Job gemacht? Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Letzte Woche habe ich die Studenten bei der Erstellung eines digitalen Bebauungsplanes angeleitet, habe ein Solardachkataster im Schwarzwald verabschiedet und mit Kollegen die Gründung eines neuen Masterstudiengangs Geoinformation und Kommunaltechnik besprochen.

Was ist besonders interessant und spannend an Ihrem Beruf?
Dass er so vielseitig ist und so viele Möglichkeiten bietet. Als Ingenieur lernt man Dinge anzupacken und ganz konkret zu lösen. Da gibt es vieles, das spannend ist. Schön war auch immer wieder, als Frau in die vermeintliche Domäne der Männerwelt einzutauchen. Häufig bin ich die einzige Frau und auch das macht den Beruf für mich so interessant.

Was mögen Sie besonders an Ihrer Arbeit?
Dass es so viel davon gibt . (lächelt).

Was hat Sie motiviert, den Beruf zu ergreifen?
Als ich zur Schule ging, kannte ich den Beruf des Geodäten oder Vermessungsingenieurs nicht. In der Schule hatte ich das Glück, einen Eignungstest für Berufe machen zu können. Meine Angaben lauteten: Ich liebe die Mathematik, die Natur und unsere Erde. Daraufhin verwies man mich auf die Geodäsie und ich bin bis heute sehr glücklich damit.

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sind nach Ihrer Meinung hilfreich für den Ingenieurberuf?
Die Liebe zu Zahlen und zur Genauigkeit und ein leichter Hang zum Perfektionismus, gespickt mit Neugierde. Diese Mischung ergibt für mich das Idealbild einer Ingenieurin.

Verraten Sie uns Ihr Motto oder Ihre Lebensphilosophie!
Die eigene Begeisterung für den Beruf macht bereits 80 Prozent der Karriere aus. Wer offen ist, sieht Unmengen an Entwicklungsmöglichkeiten für sich und den Beruf. Das inhaltliche Motto sehe ich in der Wahrung der Schöpfung. Ein Geo-Ingenieur besitzt die Kompetenz, die Empfindlichkeiten der Erde zu erkennen und Mensch und Natur, wo immer es geht, zu schützen. Deshalb kämpfe ich für die erneuerbaren Energien. Mit den Geodaten können wir Geodäten viel zum Schutz der Erde beitragen.

Und noch zwei Fragen zum Schluss:

Wo liegt Ihrer Meinung nach die Zukunft der Geodäsie?
Die Zukunft liegt ganz klar im Ausbau der virtuellen dreidimensionalen Welten, wie z.B. Bing, Google Earth, Map24, und das sowohl in der 3D-Spielewelt als auch in der Fachplanung von z.B. 3D-Visualisierung von Bauvorhaben.

Wie würden Sie Geodäsie in einem Satz beschreiben?Geodäsie ist die Fähigkeit, Wissen und Karten zu verschmelzen.


Zur Person

Jahrgang: 1967
Studies: Studium an der Uni Bonn, Referendariat in Nordrhein-Westfalen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Städtebau, Bodenordnung und Kulturtechnik an der Uni Bonn, Promotion und Habilitation für das Fach Städtebau und Siedlungswesen an der Uni Bonn
Spezialisierung: Städtebau, Bodenordnung und Immobilienwertermittlung
Ausbildung: Vermessungstechniker
Studium: 1. Studium Vermessungstechnik
2. Studium Umweltmonitoring
Spezialisierung: Räumliche Kommunalplanung, Standortsuche für Erneuerbare Energien, Forschungsschwerpunkt Solardachkataster
Praktische Erfahrungen: 3 Jahre als Vermessungstechnikerin; 12 Jahre als selbständige Ingenieurin mit eigener Firma mit inzwischen 15 Mitarbeitern.
Aktueller Job: Professorin für Landmanagement und Leiterin des Steinbeis Transferzentrum Geoinformation und Landmanagement

Alle Portraits:

Julian Daubrawa

Systemingenieur im Bereich Navigation bei EADS Astrium

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Hans Ulrich Esch

Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur und Sachverständiger für Grundstücke

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Frank Friesecke

Projektleiter bei der STEG Stadtentwicklung GmbH / Stuttgart

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Jan Lott

Applikationsingenieur bei Automated Precision Europe GmbH

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Martin Stahr

Projektleiter und Referent für Land- und Dorfentwicklung am Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz

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Julia Sawatzki

Geomatikerin im Kataster- und Vermessungsamt des Kreises Herford

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Tino Helmund

Geomatiker beim Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur Wiese in Halberstadt

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Jan Westphal

Ingenieur (Bachelor of Science Geomatik) im Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung in Hamburg

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Holger Hustedt

Netzdatenmanagement bei der Mainova AG, dem führenden Energiedienstleister in der Rhein-Main-Region

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Jan Zimmermann

Applikationsingenieur für den Leica Builder (Bautachymeter) bei der Leica Geosystems AG, Heerbrugg (Schweiz)

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Prof. Dr. Martina Klärle

Professorin für Landmanagement in Frankfurt am Main

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Markus Brunhofer

Vermessungsoberrat an der Außenstelle Neunburg vorm Wald, zugehörig zum Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Nabburg (Bayern)

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Theresa Oster

Technische Sachbearbeiterin im Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung in Hamburg

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Tanja Beck

Projektleiterin bei EADS Astrium in München

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Karin Reimers

Immobiliengutachterin in einer Wertermittlungsgesellschaft

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