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Technik und Industrie

 

Tunnelbau

Mit höchster Präzision ab durch die Mitte

Auf dem Weg von A nach B kann dir so einiges im Weg stehen. Ein ganzes Bergmassiv zum Beispiel. Oder ein Meer. Oder eine dicht besiedelte Großstadt. Wenn außen herum keine Option darstellt, dann geht es vielleicht unten drunter, mit Tunneln in all ihren Varianten als Bergtunnel, Meerestunnel oder Stadttunnel. Sie gehören zu den imposantesten Bauwerken überhaupt. Geodäten sorgen dafür, dass die Tunnelröhren genau da gebohrt und gesprengt werden, wo sie hingehören.

Der Tunnelbau an sich ist eine interdisziplinäre Angelegenheit. Neben Bauingenieuren, Geologen, Ökologen, Mineuren und Stadtplanern benötigt er vor allem Geodäten. Als Vermessungsingenieur sorgst du dafür, dass die am Reißbrett und Computer geplante Streckenführung genau auf die tatsächliche unterirdische Tunnelführung übertragen werden kann.

Dass das kein triviales Unterfangen ist, zeigt das Beispiel des Gotthard-Basistunnels, der 2016 eröffnet wurde. Mit 57 Kilometern Länge ist er der längste Eisenbahntunnel der Welt und führt mitten durch das Gotthardmassiv in den Schweizer Alpen. Bis zu 2300 Meter Gebirge türmen sich über den beiden Tunnelröhren auf.

Dabei wurde der Tunnel nicht nur von beiden Seiten gegraben, es fand auch ein sogenannter Angriff von oben statt, um die Bauarbeiten zu beschleunigen. Nur: Wie stellt man sicher, dass sich die Tunnelröhren da in der Mitte treffen, wo sie sich auch treffen sollen? So weit unter der Erde funktioniert schließlich keine Satellitennavigation, die die Richtung angeben könnte.

Dafür stehen dir aber die modernsten Vermessungstechniken sowie leistungsfähige Geoinformationssysteme zur Verfügung. Damit kannst du zunächst oberirdisch Koordinatenfixpunkte schaffen, die du anschließend nutzen kannst, um auch unterirdisch dreidimensionale Koordinaten zu bestimmen. So kannst du die Tunnelbohrmaschinen genau ausrichten, und zwar alle paar Meter neu, da die Strecke aufgrund ihrer geologischen und geografischen Besonderheiten nicht ganz gerade verlaufen kann.

Die Genauigkeit der Geodäten hat sich spätestens beim Durchschlag des Gotthard-Basistunnels bezahlt gemacht. Nach dem jahre- und kilometerlangen Graben von beiden Seiten durch den Berg betrug die Abweichung lediglich acht Zentimeter – und heute können Züge mit 250 Kilometern pro Stunde durch ihn fahren.

 

Beim Tunnelbau stellen Geodäten sicher, dass die Tunnelröhre genau da verläuft, wo sie verlaufen soll.

 

 

Tunnelbohrmaschinen müssen immer wieder neu ausgerichtet werden. Die Basis dafür liefern die hochpräzisen Vermessungen von Geodäten.

Technik & Industrie

Wie packt man es, bei einem Tunnelprojekt nicht aneinander vorbei zu bohren? Oder: Warum steht das eigene Regal immer schief, ein 300 Meter hohes Bauwerk aber kerzengerade? Weil überall Geodäten im Spiel waren.

 
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