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Technik & Industrie

 

Nahbereichsphotogrammetrie

Jenseits von Fotos: 3D-Objekte im Visier der Geodäten

Mach erst einmal ein Bild! Schließlich wollen Gebäude, Kunstbauten, Felswände, Maschinen oder Industriebauteile geplant, dokumentiert oder berechnet werden. Dabei sind es oft Geodäten, die zunächst die Kamera zücken. Mithilfe der Nahbereichsphotogrammetrie kannst du diese Objekte dreidimensional erfassen und vermessen.

Zunächst einmal ist die Photogrammetrie ein Verfahren der Fernerkundung. Es geht darum, Objekte zu vermessen, also ihre Form oder räumliche Lage herauszufinden, ohne selbst Hand anlegen zu müssen. Dabei rückt die Nahbereichsphotogrammetrie jenseits von Satellitenfotos und topographischen Karten ihren zu vermessenden Objekten recht eng auf die Pelle: Sie sind von wenigen Zentimetern bis zu rund hundert Meter von der Kamera entfernt. Mit dieser wollen Geodäten das Objekt aus allen Richtungen möglichst lückenlos fotografieren, je nach Bedarf auch mit Hebebühnen oder Teleskopmasten.

Anschließend kannst du diese Aufnahmen digital weiterverarbeiten. Sie lassen sich beispielsweise schon oft automatisiert mit CAD-Techniken kombinieren und können so vor allem im industriellen Bereich recht kostengünstig und doch mit hoher Genauigkeit das Objekt in drei Dimensionen am Rechner darstellen.

Die häufigsten Anwendungsfelder der Nahbereichsphotogrammetrie sind daher die industrielle Messtechnik, aber auch in der Medizin, der Biomechanik sowie der Unfallaufnahme spielt sie eine Rolle. In der Architektur und Archäologie nutzt man die Nahbereichsphotogrammetrie für die Bauaufnahme, also zur Dokumentation von Objekten als Grundlage von Umbauten und denkmalpflegerischen Maßnahmen.

Darüber hinaus bietet die Nahbereichsphotogrammetrie aber auch ein wichtiges Nebenprodukt, denn sie kann dazu eingesetzt werden, um Fotografien zu entzerren. Denn obwohl Gebäudefassaden oder Gebäude eigentlich ebene Objekte sind, stoßen hier Kameraobjektive an ihre natürlichen optischen Grenzen und können diese nicht so aufnehmen, wie sie in der Wirklichkeit aussehen. Mithilfe der Nahbereichsphotogrammetrie kannst du beispielsweise eben jene Gebäudefassaden so auf eine Fläche projizieren, dass die Abstände im Bild in die tatsächlichen Längen und Abstände umgerechnet werden können.


Hat die Autotür eine Delle? Das kannst du mithilfe der Nahbereichsphotogrammetrie herausfinden.

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