German
English
 
 
 

Klima & Umwelt

 

Das Land Unter

Vermessung unter Wasser mit Hydrographie

Riffe, wandernde Sanddünen, Schiffs- und Flugzeugwracks, ganze Berge: Wie viele Geheimnisse wohl noch tief am Grund des Meeres verborgen sind? Mithilfe der Hydrographie kannst du es herausfinden. Als Teilgebiet der Geodäsie befasst auch sie sich mit der Vermessung und der Kartierung unserer Welt – allerdings der unter Wasser.

Und das trifft sich gut, schließlich sind über siebzig Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt. Die Erde hat sich ihren Titel als Blauer Planet also redlich verdient. Tatsächlich kennen wir die Oberfläche des Roten Planeten, des Mars, besser als unsere eigene, denn Meeres-, See- und Flussgründe sind auch heutzutage oft nur lückenhaft erfasst.

Dabei brauchen wir diese Informationen. Die Schifffahrt sorgt schließlich dafür, dass wir uns selbst und vor allem unsere Waren um die ganze Welt schicken können. Passiert ein Unfall, kann dieser riesige Schäden für die Natur und die Umwelt nach sich ziehen, nicht zu sprechen von bedrohten Menschenleben. Den Boden unter dem Kiel eines Schiffs möchte man somit möglichst genau kennen. Kein Wunder, dass Seekarten früher wie Staatsgeheimnisse gehütet wurden. Heutzutage kannst du dir selbst welche kaufen, oder sie zumindest in geringer Auflösung in Google Earth betrachten.

Die Hydrographie spielt aber nicht nur in der Schifffahrt eine Rolle, sondern beispielsweise auch bei den Windparks in der Nord- und Ostsee. Du kannst vermessen, wo der Untergrund am besten dafür geeignet ist, ein tonnenschweres Windrad dauerhaft stabil zu platzieren. Zudem kannst du Fragen klären, wie was verbirgt sich am Meeresgrund, das zwar spannend, aber trotzdem im Weg sein könnte: Wracks im Untergrund? Unterseekabel? Archäologische Relikte?

Dein Werkzeug bei Vermessungen unter Wasser ist vielfältig, hoch spezialisiert und oft ziemlich teuer. Du setzt beispielsweise Echolote ein und kombinierst deren Messergebnisse unter anderem mit Satellitenpositionierungsverfahren, um daraus Seekarten zu erstellen. Das geht von Flüssen und Binnengewässer genauso wie von einem Punkt mitten im Eismeer aus. Du kannst aber auch noch tiefer eindringen, mithilfe von Instrumenten, deren akustische Signale auch noch ein Stück in den Boden eindringen können, um herauszufinden, was sich unter dem Seegrund befindet. Tatsächlich verraten dir auch Störungen im Erdmagnetfeld, ob sich dort etwas Metallisches verbirgt.

Ein Hydrograph liefert somit die Grundlagen für Projekte in der Schifffahrt, beim Küstenschutz, für den Bau von Pipelines, Windkraftanlagen- und Brückenbau, aber auch für die Ressourcengewinnung aus dem Meer. Wenn du unternehmungslustig veranlagt bist, kannst du dich im Rahmen von internationalen Projekten auf allen Weltmeeren tummeln. Zu Hause bleiben, geht aber genauso gut. Dann kannst du den Geheimnissen der Flüsse und Seen „auf den Grund“ gehen, Vermessungen vom Land aus organisieren oder Karten erstellen.

Auch so kann ein Arbeitsplatz aussehen:
An Bord des Forschungsschiffs Polarstern können Geodäten den Meeresgrund vermessen - und unter anderem auf Jagd nach Unterwasserbergen gehen.

Bildquelle: Jan Erik Arndt

Technik & Industrie

Wie packt man es, bei einem Tunnelprojekt nicht aneinander vorbei zu bohren? Oder: Warum steht das eigene Regal immer schief, ein 300 Meter hohes Bauwerk aber kerzengerade? Weil überall Geodäten im Spiel waren.

 
Klima & Umwelt

Was passiert wo, wenn es weiter wärmer wird? Was, wenn sich eine Kontinentalplatte weiter auf eine andere schiebt? Wie ändern sich unsere Lebensbedingungen, wenn wir so weiter machen - oder etwas ändern? Geodäten geben messbare Antworten.

 
Grund & Boden

Jeder hat schon Geodäten gesehen. Autofahrer bremsen, weil sie an (auffällige!) Radarkontrollen glauben. Kinder bleiben stehen und wollen von ihren Müttern auch eine grellbunte Sicherheitsweste haben. Aber was machen wir da überhaupt?

 
Navigation & Mobilität

Früher meinte der Fahrlehrer nur "Bei der nächsten Gelegenheit rechts ab.". Das genügt heute keinem mehr. Sackgassen, neue Kreisel, Abfahrten, Gebäude - ein modernes Navi weiß einfach alles. Aber nur durch die Geodäten...