German
English
 
 
 

Klima & Umwelt

 

Sicherheit aus dem Weltall

Die Radarinterferometrie behält unsere Erde im Auge

Im Juli 2009 riss ein gewaltiger Erdrutsch im ehemaligen Braunkohleabbaugebiet Nachterstedt in Sachsen-Anhalt ganze Häuser in einen See. Mit Hilfe von Geodäten soll die Gefahr solcher Katastrophen künftig frühzeitig erkannt werden.

Als Geodät kannst du nämlich die Perspektive aus dem All einnehmen und die Erde ungestört von oben beobachten – mithilfe der Radarinterferometrie. Die Radarinterferometrie ist ein sogenanntes Fernerkundungsverfahren, mit dem du über lange Zeiträume herausfinden kannst, inwiefern sich die Erdoberfläche verändert.

Dafür werden Satelliten mit Radarsensoren ausgestattet. Aus einer Erdumlaufbahn senden sie kurze Signale zur Erde. Treffen diese Radarpulse auf die Oberfläche auf, werden sie dort reflektiert und zurück ins All geschickt. Dort empfängt sie die Antenne des Satelliten und zeichnet sie auf. Das Ergebnis ist eine höchst genaue Abbildung der Erdoberfläche.

Somit können Geodäten Bodensenkungen messen, die nur wenige Millimeter betragen und die auf der Erde kein Mensch bemerken würde. Diese wenigen Millimeter aber können entscheidend sein, um die Absenkung ganzer Stadtteile nicht nur durch den Bergbau, sondern auch durch Baumaßnahmen oder durch Grundwasserentnahme frühzeitig erkennen zu können. Die Bevölkerung kann dann rechtzeitig gewarnt werden. Und das gilt auch für Gebiete, die durch Erdbeben oder Vulkanausbrüche gefährdet sind.

Die Radarinterferometrie ist aber nicht nur eine Art Frühwarnsystem aus dem All. Du kannst sie auch einsetzen, um den Klimawandel zu beobachten, etwa indem du dokumentierst, wie sich die arktischen Eismassen verändern. Das ist noch nicht lange möglich, da Satelliten bislang auf Sonnenlicht angewiesen waren. Den Radarsatelliten hingegen ist das Wetter egal, und sie sie funktionieren bei Tag und Nacht.

Kein Wunder, dass sich auch die Landwirtschaft zunehmend für sich derartige Unterstützung aus dem All interessiert. Die Radarsatelliten und ihre Daten aus dem Erdreich unter den Feldern sollen es ermöglichen, die Biomasse, Feuchtigkeit und Wuchshöhe von Pflanzen zu erfassen und könnten so für eine ertragreichere Ernte sorgen.

Das Ruhrgebiet quasi „geröntgt“: Die Grafik zeigt die Gebiete im Ruhrgebiet, in denen sich der Boden bewegt. An den schwarzen Stellen senkt sich der Boden um mehrere Millimeter pro Jahr ab, an den weißen Stellen hebt er sich.

Bildquelle: Geobasis.NRW

Technik & Industrie

Wie packt man es, bei einem Tunnelprojekt nicht aneinander vorbei zu bohren? Oder: Warum steht das eigene Regal immer schief, ein 300 Meter hohes Bauwerk aber kerzengerade? Weil überall Geodäten im Spiel waren.

 
Klima & Umwelt

Was passiert wo, wenn es weiter wärmer wird? Was, wenn sich eine Kontinentalplatte weiter auf eine andere schiebt? Wie ändern sich unsere Lebensbedingungen, wenn wir so weiter machen - oder etwas ändern? Geodäten geben messbare Antworten.

 
Grund & Boden

Jeder hat schon Geodäten gesehen. Autofahrer bremsen, weil sie an (auffällige!) Radarkontrollen glauben. Kinder bleiben stehen und wollen von ihren Müttern auch eine grellbunte Sicherheitsweste haben. Aber was machen wir da überhaupt?

 
Navigation & Mobilität

Früher meinte der Fahrlehrer nur "Bei der nächsten Gelegenheit rechts ab.". Das genügt heute keinem mehr. Sackgassen, neue Kreisel, Abfahrten, Gebäude - ein modernes Navi weiß einfach alles. Aber nur durch die Geodäten...